NEUSTART endete mit einer Feier der deutsch-dänischen Musikkooperation in der deutschen Botschaft in Kopenhagen. Ein Talk mit drei Künstler/innen brachte wichtige Erkenntnisse darüber, wie Projekte wie dieses Künstler/innen international befähigen können, und eine unerwartete Party brach aus.
Am Mittwoch, den 24. Januar, fand in der deutschen Botschaft in Kopenhagen ein kleines informelles Treffen von etwa 50 Personen statt, die alle an der dänischen NEUSTART-Initiative beteiligt waren. Im 12. Stock mit Panoramablick über die Stadt waren drei Künstler eingeladen, aufzutreten und ihre Erfahrungen mit der Arbeit in Deutschland im Rahmen des NEUSTART-Projekts zu teilen. Mehrere deutsche Partner*innen waren anwesend, und der deutsche Botschafter in Dänemark, Pascal Hector, hielt eine Begrüßungsrede vor einem sehr breiten Publikum aus Künstler/innen, Musikveranstalter/innen und dänischen Regierungsmitarbeiter*innen.
Die multidisziplinäre Klangkünstlerin Ragnhild May spielte eines ihrer Werke, eine Mini-Performance ihrer Komposition Institutional Critique for Kindergarten – ein interessantes Stück für Blockflöten, gespielt von einer selbstgebauten Luftorgel, die ein digitales Signal empfängt. In einem verschlungenen Netz aus Gummischläuchen waren Blockflöten auf dem Boden und zwischen den Füßen des Publikums verteilt, die jeweils Töne tönten und pfiffen und so eine vielstimmige und polyrhythmische Komposition ergaben, die fast wie ein Techno-Song klang.
In einem vom NEUSTART-Projektleiter Mathias Schønberg moderierten Gespräch erklärte Ragnhild, dass ihr DAAD-Aufenthalt bei Art Music Denmark wesentlich dazu beigetragen hat, dass sie mehrere neue Möglichkeiten in Deutschland bekam – unter anderem eine Zusammenarbeit mit dem Ensemble Apparat für Ultraschall Berlin, veranstaltet von Rbb Kultur und Deutschlandfunk Kultur.
Der Jazz-Musiker Mark Solborg spielte eine Suite mit träumerischen, von Effekten getragenen Gitarrenstücken und erklärte später im Gespräch auf dem Hintergrund seiner 25-jährigen Erfahrung mit internationalen Kollaborationen, dass Projekte wie NEUSTART funktionieren, weil sie es Künstler/innen ermöglichen, Zeit in der Szene zu verbringen, mit der sie sich beschäftigen wollen. Präsentationen und Tourneen sind wertvoll, und Solborg betonte, dass der direkte Kontakt zum Publikum im Grunde der Ort ist, an dem die Musik tatsächlich existiert, aber Zeit zu verbringen und mit anderen Künstler*innen vor Ort zusammenzuarbeiten ist der Schlüssel, um außerhalb des eigenen Umfelds Anerkennung zu finden.
Schließlich erzählte der dänisch-tansanische Pop-Künstler JJ Paulo beispielhafte Geschichten aus dem Leben auf der Tour beim MXD, ROSA und der Tempi-Showcase-Nacht bei FluxFM in Berlin. Er erzählte von seinen Begegnungen und Kontakten mit deutschen Künstler*innen und dass er als direkte Folge der Showcase-Nacht bereits weitere Auftritte in Deutschland gebucht hat. Dann legte sein kleiner Bruder, DJ Paulo, auf und gab ein berauschendes Konzert, das alle zum Tanzen brachte!
Es war ein toller Anblick – Regierungsangestellte und Musikveranstalter*innen in Blazern und geknöpften Hemden, die zuerst drei Schritte nach vorne, drei Schritte nach hinten, dann zur Seite und dann zwei Klatschen machten, während JJ Paulo nun ohne Hemd Backflips machte und ankündigte, dass „dies jetzt die Botschaft von Tansania ist! Bewegt alle eure Körper!“
Alles in allem hätten die zwei Jahre der NEUSTART-Kooperation nicht besser enden können und wir danken und feiern alle, die daran beteiligt waren
Photo: Alexander Banck-Petersen
